Archiv für den Monat: November 2013

Von Wismar nach Südengland, das hat gedauert…

„Erst mal von Norwegen nach Wismar, dann da noch die letzten Vorbereitungen am Boot, dann durch den Nordostseekanal auf die Nordsee, den Ärmelkanal durch, und über die Biscaya, dann wird es warm und schön! Klar, wir müssen mit Mistwetter rechnen, werden schon mal frieren oder seekrank werden, aber nach zwei bis drei Wochen sollten wir es geschafft haben.“

Wie oft haben wir nicht mit diesen Worten erklärt, was so ungefähr vor uns liegt. Wie gut, dass wir da noch nicht wussten, wie lange es dauern würde, wie seekrank man eigentlich werden kann und wie viel Wasser in so ein Segelboot passt, wenn man stundenlang hart am Wind segelt. Aber beginnen wir doch in Wismar, wo unsere zweite offizielle Abfahrt stattfand.

Aufenthalt in Wismar

Der Plan für unsere Zeit in Wismar war, neben der zweiten Abschiedsfeier noch die „letzten Kleinigkeiten“ am Boot zu machen. Die Party war auch dieses Mal ein echter Höhepunkt. Auch in Bobitz bei Pauls Eltern tummelten sich Freunde und Familie, um Glückwünsche loszuwerden, neugierige Fragen zu stellen und es regnete auch hier zu unserer Verblüffung Geschenke. VIELEN DANK AN ALLE DIE DA WAREN!!!!!! Die „letzten Kleinigkeiten“ gestalteten sich dann aber doch noch als so umfangreich, dass wir unseren endgültigen Abreisetermin insgesamt drei mal verschieben mussten. Das Boot musste abgedichtet werden, der Windgenerator musste aufgebaut werden, es musste noch eine gute Lösung für unsere Gasflaschen her, das Sonnensegel musste gebaut werden und und und… Selbst am Morgen unserer Abreise waren Paul und sein Vater noch damit beschäftigt, das Schlauchboot seefest zu verzurren.

Nun geht’s wirklich los

Dann konnte es endlich losgehen. Am Samstag den 05. Oktober, zwei Wochen nach unserer Ankunft, war der Kai im Wismarer Hafen voll von Freunden, Familie und sogar Fernsehen und Zeitung. Zu Pauls Verblüffung nahm sogar das Kinderensemble aus Dorf Mecklenburg Aufstellung, um seinem alten Mitglied mit einem Ständchen auf dem Steg eine gute Reise zu wünschen.  Das Abschiednehmen wurde sehr emotional, ging es doch diesmal wirklich los. Kein Zwischenziel mehr, an dem man noch einmal Eltern und Freunde sieht. Von nun an waren wir auf uns gestellt.

Erstmal nach Kiel

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Noch ein letztes Photo

Das Wetter meinte es gut mit uns. Ein bisschen zu gut. Wir konnten zwar wie im Bilderbuch unter Segel ablegen, brauchten dann aber über eine Stunde, um aus dem Hafen zu kommen, da sich der Wind sehr zurück hielt. Nach einem letzten Phototermin an der Seebrücke in Wendorf (Amanda-Trabanthea unter vollen Segeln) warfen wir dann letztendlich den Motor an, um unser Tagesziel Kiel und damit den Nordostseekanal zu erreichen.  Es wurde ein recht melancholischer Törn, als die Silhouette von Wismar so langsam am Horizont verschwand. Aber eine Tasse Kaffee und Selbstgemachter Kuchen besserten die Laune, so dass wir dann im Fehmarnsund einen traumhaften Sonnenuntergang genießen konnten.

Gegen zwei Uhr morgens machten wir dann in einem kleinen Yachthafen an der alten Schleuse in der Kieler Förde fest. Müde und geschafft schmissen wir uns in die Kojen, während unter Deck noch das blanke Chaos herrschte. Zwar schafften wir es tatsächlich, in Wismar 99 Prozent aller Einkäufe und Ausrüstung an Bord zu bekommen (es fehlte nur noch ein Notpeilsender), jedoch ließ der Zeitplan es nicht mehr zu, alles ordentlich zu verstauen. Aber wir hatten ja Zeit und einen ruhigen Kanal vor uns.

Nordostseekanal

Nach einer Lieferung frischer Brötchen von Torsten, Pauls Schulfreund, und einem gemeinsamen Frühstück ging es am nächsten Morgen auf in den Kanal. Einziges Hindernis war die Schleuse. Aber dank freundlicher Nachbarn im Hafen und dem ersten Gebrauch unseres Funkgerätes ging es ziemlich reibungslos.

So gemütlich war es im Kanal

Nun wurde es spannend. Nach der, was den Schiffsverkehr angeht, recht ereignislosen Tour von Skjeberg nach Wismar teilten wir uns nun plötzlich die verhältnismäßig enge Wasserstraße mit den ganz Großen. Es ist schon ein Erlebnis, wenn der eigene Mast beim entgegen kommenden Verkehr nicht einmal über die Bordwand reicht. Abends fanden wir dann einen gemütlichen Liegeplatz an einer kleinen Schleuse bei Oldenbüttel, einem kleinen Örtchen in Schleswig-Holstein. Auf unserem Ausflug zu Fuß in den Ort strandeten wir dann letztendlich im örtlichen Imbiss (der Gasthof im Ort, von dem wir uns ein großes Bier und Internet erhofft haben, war geschlossen) und konnten dort zum ersten mal vor breiterem fremden Publikum (einem Pärchen, das am nächsten Tag ihr Boot aus dem Wasser nehmen wollte sowie der Bedienung) unsere Geschichte zum Besten geben. Klar war das noch kein ausgewachsener Diavortrag und unser Bier mussten wir trotzdem selbst bezahlen, aber unsere Erlebnisse lagen ja auch noch vor uns.

Am nächsten Tag ging es dann durch den Rest des Kanals nach Brunsbüttel, wo hinter dem Schleusentor die große gefürchtete Nordsee lag. Fürchten hätten wir uns jedoch vor etwas anderem sollen: Dem Schleusenwärter von Brunsbüttel!

In etwa so lautete der Dialog an der Schleuse in Kiel:

Wir: „Kielkanal 1 für Sportboot Amanda-Trabanthea!“

Schleusenwärter: „Sportboot, hier Kielkanal 1!“

Wir: „Wir würden gern durch die Schleuse in den Kanal.“

Schleusenwärter: „Ja, wir nehmen erst noch ein Berufsschiff durch und in einer halben Stunde ungefähr seid ihr dann dran!“

Wir: „Verstanden, vielen Dank!“

Ermutigt von diesem positiven Erlebnis freundlicher Gesprächskultur über UKW griff Paul nun auch in Brunsbüttel beherzt zum Funkgerät. Jetzt klang der Dialog allerdings so:

Wir: „Kielkanal 4 für Sportboot Amanda-Trabanthea!“

Schleusenwärter: „Hier Kielkanal 4!“

Wir: „Wir würden gern durch die Schleuse aus dem Kanal raus auf die Elbe und ich wollte mal fragen, ob wir die alte oder die neue Schleuse nehmen sollen und wie das abläuft!“

Schleusenwärter: „Wenn du hier noch einmal dazwischen sabbelst im Berufsverkehr, denn kriegst du gleich die Polizei und nicht alte oder neue Schleuse!“

Das war erst mal niederschmetternd und gab Anlass, direkt mal zu Hause noch ein Buch über das UKW- Funken zu bestellen, damit uns das nicht noch öfter passiert. Ein paar andere Segler waren dann so freundlich, uns mit durch die Schleuse zu lotsen und zwei Stunden später lagen wir dann festgemacht im alten Hafen von Brunsbüttel, wo unsere Amanda-Trabanthea ihr erstes Schlammbad in der Ebbe des Wattenmeeres bekommen sollte.

Von Brunsbüttel nach Delfzijl

Unser Plan sah nun folgendes vor: Mit dem morgendlichen ablaufenden Wasser raus aus der Elbmündung und auf die Nordsee, um dann bei draußen hoffentlich geringerer Strömung Kurs auf die friesischen Inseln und anschließen den Ärmelkanal zu nehmen. Aber wie das mit Plänen so ist, zerschellen die leider all zu oft an der Realität.

Mit einer Tide raus auf die Nordsee schafft man nicht. Da müsst ihr erst mal nach Cuxhaven und dann von da aus weiter!“  (frei nach einem alten Segler in Brunsbüttel)

Gesagt getan! Und erst einmal voll an der Hafeneinfahrt des Cuxhavener Segelvereins vorbei gefahren. Da merkt man mal, wie das so mit Strömung ist. Zwei Minuten mit dem Strom an der Einfahrt vorbei kosteten uns etwa eine halbe Stunde unter nahezu Vollgas mit Motor zurück. Hier kamen wir uns dann einmal wieder vor wie Weltumsegler. Der Vorsitzende vom Seegelverein kam auf Besuch, um uns eine gute Reise zu wünschen und die Hafenmeisterin stellte den Kontakt zu Trans Ocean e.V. her, einen Verein von und für Langfahrtsegler(n), dem wir umgehend beitraten. Für ein paar Euro im Jahr bekamen wir nun Papiere, die uns in Zukunft das Einklarieren erleichtern sollten sowie Zugang zu einem weltweiten Netzwerk ehrenamtlicher Stützpunktbetreiber, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, dem Fahrtensegler das Leben im Ankunftsland ein bisschen zu erleichtern.

Nächstes Ziel war Helgoland. Eigentlich sollte es ja zu den friesischen Inseln gehen, aber bei weiterhin stabilem Süd-West-Wind war da erst mal nichts zu machen. Und wenn man schon einmal in der Nähe ist, wäre es ohnehin ein Frevel, Deutschlands einziger Hochseeinsel nicht einen Besuch abzustatten. Hätten wir das bloß gelassen. Ich fasse zusammen: an der Hafenkante reihen sich Container an Container, die Insel gleicht aufgrund ihrer Zollfreiheit einem riesengroßen Schnapsladen, beim Wetterdienst gab es zur Begrüßung erst einmal einen Anschiss, warum Paul trotz offen stehender Tür nicht geklingelt habe und zu guter Letzt wurde uns noch das Tanken verwehrt, da unsere schönen blauen Statoil-Ölkanister nicht für den Transport von Kraftstoffen zugelassen waren. Also ganz schnell wieder weg hier und die letzten 12 Stunden mit erträglichen Wetter genutzt, um bis nach Borkum zu kommen.

Gute Entscheidung. Direkt vor dem Sturmtief, das uns sonst noch zwei weitere Tage an den roten Felsen gekettet hätte, sind wir im Borkumer Hafen eingelaufen. Der Sturmtag wurde dann genutzt, um dem Motor ein bisschen Pflege und uns selbst einen Abend in der Stadt zu gönnen. Doch wie nun weiter?

Niederlande, Staande Mast Route

Die Nordsee hat sich bisher nicht eben freundlich gezeigt. Auch die weiteren Wetteraussichten versprachen nicht viel mehr als das, was wir bereits kannten. Daher entschieden wir uns für eine andere Strategie, als alle sechs Stunden nass und kaputt auf irgendeiner friesischen Insel anzulanden. Die Alternative war die „Staande Mast Route“, eine Route durch die Niederländischen Kanäle, die dank Klappbrücken komplett mit stehendem Mast durchquert werden kann.

Von Borkum ging es ein Stück die Ems rauf nach Delfzijl. Endlich in den Niederlanden! Ausland! Wir sind wirklich unterwegs! Hier ging angeblich der Kanal los und so sind wir eben von Bord in die Stadt um nach dem Weg zu fragen. Antwort: „Gar kein Problem, einfach dem Kanal folgen, da kommt ihr nach Groningen. Von da aus geht es durch die Schleusen überall hin.“

Groningen sollte dann auch einer der Höhepunkte unserer Reise werden. Wir legten abends in einer kleinen Marina an, ziemlich mitten in der Stadt und waren froh, einen ersten Platz für die Nach gefunden zu haben. Morgen dann schnell Karten besorgen und dann geht es weiter in Richtung Süden. Jaja, das Thema mit den Plänen und ihrer Realisierung hatten wir ja schon. Erstes Problem: Es ist Sonntag, wo bekommen wir da Kartenmaterial her? Zweites Problem: Es war ganz einfach, aus der Marina auf die Straße zu kommen. Es war jedoch ohne Code unmöglich, wieder hinein zu gelangen. Dieser Umstand wurde uns leider erst bewusst, als wir schon draußen standen. Ein deutsches Paar, das mit ihrem Boot am Kanalufer lag, konnte uns zwar ein wenig Auskunft über den Kanal geben, war aber leider nicht in der Lage uns wieder in die Marina zu helfen und auch nicht gewillt, ihre Kanalkarten zu verkaufen. Wir bekamen von ihnen jedoch den Tipp, im Yachthafen im Stadtzentrum zu fragen. Ja, Hoffnung!

Neu auf dem Markt: Rollfock mit Wäschetrockner

Leider war die Hafenmeisterin hier gerade im Griechenlandurlaub und konnte uns auch keine Telefonnummer geben, die uns weitergeholfen hätte. Letztendlich waren es dann zwei Angler, die uns mit ihrem Boot die zwanzig Meter zu unserer Amanda-Trabanthea brachten. Da gab es dann endlich Kaffee und Frühstück und die Welt war wieder schön.

Nach einem Sonntag mit Bootspflege, Wäsche waschen und gemütlichem Filmabend ging es dann am Montag weiter und die Stadt entschädigte uns in vollem Umfang für die Umstände am Vortag. Hinter einem alten Zweimaster schlängelten wir uns durch das Stadtzentrum und bewunderten die Altstadt sowie die Hausboote und andere schwimmende Skurilitäten am Kanalufer aus nächster Nähe.

Wo der durch passt, komen wir schon lange durch!

Es folgten einige entspannte Tage auf den Kanälen, durch malerische Natur,vorbei an idyllischen Gehöften und dazwischen immer wieder Schleusen und Klappbrücken. Was für ein Gefühl. Wir kommen mit unserem Segelboot und da muss dann der Straßenverkehr und zweimal auch der Zugverkehr einfach mal warten. Spektakulär. Die Bedienzeiten der Brücken sorgten außerdem dafür, dass wir immer pünktlich irgendwo festmachten, so dass wir sogar im Gegensatz zur Salzwassersegelei genug Schlaf bekamen.

Von Amsterdam nach Dover, Englaaaaaand!

Als wir uns dem Ijsselmeer und Amsterdam näherten, wurde der Wetterbericht wieder interessanter für uns, bot doch Amsterdam eine direkte Anbindung an die Nordsee. Die Kanäle sind zwar sehr schön und das fahren hier auch sehr entspannt, allerdings kommt man auch nur sehr langsam voran und somit wurde die offene Wasserfläche jenseits der Küste immer attraktiver.

Tatsächlich sah das Wetter so aus, als sollten wir die Nordsee wieder als Verkehrsweg nutzen können. Nachdem wir noch einen Sturmtag nutzten, um uns die Innenstadt von Amsterdam anzusehen und Einkäufe zu erledigen, ging es nun endlich wieder raus aufs Meer und es folgte der erste echte Segeltörn. Wir hofften, in einem Stück mit günstigem Wind zumindest die belgische Grenze zu überqueren, jedoch befand sich da im Hinterkopf schon so eine Idee. Wenn es doch schneller geht als erwartet? Vielleicht haben wir ja diesmal richtig Glück mit dem Wetter? Vielleicht, ganz ganz vielleicht schaffen wir es ja gleich bis England?

Der Wind meinte es wirklich gut mit uns und nach ein paar Stunden passierten wir Rotterdam. Alles ging so gut, dass Paul die Warnung, die wir in Cuxhaven bekamen, schon milde zu belächeln begann: „Fahrt bloß nicht im Dunkeln an Rotterdam vorbei. Das ist der zweitgrößte Hafen der Welt, da ist soviel Verkehr, das wird echt stressig!“

In einiger Entfernung sahen wir in der Dämmerung noch ein Boot der Küstenwache oder etwas Ähnliches, aber die schienen nicht weiter an uns interessiert. Dachten wir. Mit einem Mal röhrte hinter uns Motorenlärm von einem der größten Schlauchboote, die wir bis dato zu Gesicht bekommen hatten. Es war anscheinend das Beiboot zu dem Großen und da es sich längsseits legte, schien man also doch an uns interessiert, jedoch leider mehr aus sicherheitlichem Interesse als aus freundlicher Neugier. „Report on Channel 2!!!“ wurde uns durch Wind und Motorenlärm zugebrüllt. Also griff Paul einmal mehr zu seinem geliebten Funkgerät. „This is Sailvessel Amanda-Trabanthea, we were told to report on this channel.“ Die Antwort kam kurz und unmissverständlich: „Set your course on 180° and leave the deepwater area as soon as possible!“ Da hier ein großer Gastanker erwartet wurde, bekamen wir deutlich Bescheid uns schleunigst aus der Fahrrinne zu verkrümeln.

Später am Abend beim Wachwechsel gab es dann eine Überraschung für Linn Charlotte. Da Wind und Tidenströme wirklich freundlich zu uns waren, befanden wir uns schon auf dem Weg vom europäischen Festland nach Dover und es waren nur noch etwa 50 Seemeilen übrig. Das motivierte! Die Motivation war dann aber am nächsten Tag für die letzten 20 Meilen auch bitter nötig.

Endlich, Dover!!!
Endlich, Dover!!!

Zum ersten Mal bekamen wir die berüchtigte Strömung im Kanal zu schmecken und fühlten uns wie festgenagelt. Vier Stunden lang war unsere Strategie, möglichst keine Fahrt zu machen und das in die richtige Richtung. Letztendlich wurden wir aber dann von einem fantastischen Sonnenuntergang und den berühmten Kreideklippen in Dover begrüßt.

Auf den letzten paar hundert Metern wurden wir dann sogar von der Hafenbehörde zum Yachthafen eskortiert. Dies war aber weniger englische Höflichkeit als vielmehr unser Versäumnis, uns ordnungsgemäß über Funk (ja, und wieder das Funkgerät) anzumelden. Aber wir hatten es geschafft: ENGLAND!!! Niederlande, Belgien, Frankreich, England, alles in einem Ritt und komplett unter Segel, nachdem wir von Wismar nach Amsterdam gut zwei Wochen und gut 250 Liter Diesel gebraucht haben.

So englisch, wie es nur geht!

Nun bekamen wir so langsam das Gefühl, unterwegs zu sein. Dover war etwas Anderes. Dover Castle thronte über der Stadt, das Zentrum sah so englisch aus, wie es nur irgend möglich ist und für alle, die noch nicht in England waren: Die Autos fahren hier wirklich auf der linken Seite. Leider waren hier auch die Liegepreise sehr exotisch. Zahlten wir in den letzten Wochen, wenn überhaupt etwas, zwischen 10 und 15 € pro Nacht, wird Dover mit 22,50£ (ca. 25,00€) wohl zu den günstigeren Marinas unseres Englandaufenthaltes gehören. Dafür aber mit Luxusduschen ohne Extrabezahlung. Hier trafen wir auch das erste Mal auf andere Langfahrtsegler. Spät am Abend bewegte sich wie auf Schienen eine 43 Fuß lange brandneue Jenneau rückwärts durch den Hafen und legte ein Stück von uns entfernt an. Geführt wurde sie von einem schwedischen Pärchen, ungefähr in unserem Alter. Sie waren, wie wir schon ahnten, nicht die Eigner der Yacht, sondern überführten sie lediglich nach Gran Canaria. Sehr zu unserer Beruhigung erfuhren wir bei einer Besichtigung dieser schwimmenden Doppelhaushälfte, dass auch sie bei allem Luxus Probleme mit Wassereinbruch hatten.

Nun heißt es auf Wetter warten, um so nach und nach durch den Kanal nach Westen zu kommen, bevor es dann über die Biscaya endlich ins Warme geht.